Hallo Andrea,
wie lange man einen Hund in Pflege hat, kann Dir natürlich niemand im voraus sagen, da man nicht weiß, wann sich die "richtigen" Leute melden, d.h. wann der Pflegehund vermittelt wird. Mitunter kann das schon mehrere Wochen oder gar Monate dauern, bis ein Hund Adoptanten gefunden hat, da er ja nicht an den erstbesten, der sich meldet, abgegeben wird. Es muß bei den Interessenten zuvor eine Kontrolle gemacht werden, bei der überprüft wird, ob auch alles seine Richtigkeit hat bzw. ob die im Fragebogen gemachten Angaben zu den familiären Verhältnissen usw. auch tatsächlich stimmen und ob die Leute in der Lage sind, sich ausreichend um den Hund zu kümmern. Erst wenn dies alles in Ordnung ist, wird ein Hund in seine neue Familie vermittelt.
Ich hatte schon mehrere Hunde von ACE in Pflege bzw. ich habe zur Zeit auch - neben meinen beiden eigenen Yorkies - zwei Pflegehunde bei mir zuhause.
Meinen ersten Pflegehund Sammy (ehemals Chester) habe ich adoptiert. Meine zweite Pflegehündin Pauline (sie kam aus Frankreich) war ca. 4 1/2 Wochen bei mir, bis sie vermittelt wurde. Nina, eine 9 Monate alte Malteser-Mixhündin, hat dagegen bereits nach zwei Wochen eine total nette Familie gefunden, die schon drei Malteser hat.
Momentan habe ich seit ca. 3 1/2 Wochen Fenja in Pflege und bis jetzt haben sich noch nicht die richtigen Leute für sie gemeldet. Also bleibt sie weiterhin bei mir, egal, wie lange das dauert.
Meinen anderen Pflegi, den Malteser Mucki, habe ich erst seit Mittwoch, den 2. Juni, in Pflege. Der Kleine wird mit Sicherheit sehr schnell vermittelt, aber evtl. darf er auch - genau wie Sammy - für immer bei mir bleiben. Allerdings möchte ich erst noch ein paar Tage warten, bis ich mich endgültig entscheide.
Du siehst also, man kann nie sagen, wie lange man einen Hund in Pflege hat, da nicht alle Hunde gleich schnell ein neues Zuhause finden. Hinzu kommt, dass es manche Hunde eben etwas schwerer haben, neue Besitzer zu finden, als andere. Dazu zählen die älteren, kranken oder behinderten Hunde oder Hunde, die vielleicht in den Augen vieler Leute nicht ganz so hübsch aussehen. Dann gibt es Hunde, die aufgrund früherer schlechter Erfahrungen etwas problematischer sind, d.h. sie können in bestimmten Situationen durchaus schon mal schnappen, nicht weil sie aggressiv sind, sondern weil sie einfach Angst haben.
Meine jetzige Pflegehündin Fenja z. B. läßt sich kein Geschirr anziehen, dann schnappt sie vor Angst. Solche Hunde müssen erst wieder lernen, Menschen zu vertrauen. Das erfordert u. U. sehr viel Geduld.
Mein Pflegi Mucki kennt überhaupt keine Spaziergänge, d.h. er muß erst noch lernen, sein Geschäft draußen zu machen. Er kommt von einem spanischen Züchter und wurde dort nur im Käfig gehalten. Ganz allmählich fängt er an, auch mal an einem Grashalm oder einer Blume zu schnuppern.
Pflegestelle zu sein, bedeutet nicht, dass man den Hund, wenn er nach ein paar Tagen nicht vermittelt wurde, einfach wieder abschieben kann. Man muß ihn schon so lange behalten, bis ein passendes Zuhause für ihn gefunden ist.
Du mußt Dir außerdem im klaren darüber sein, dass die meisten Pflegehunde weder stubenrein noch gut erzogen sind, wenn sie in Deutschland ankommen. Zudem haben viele Hunde in den ersten Tagen in der Pflegestelle Durchfall aufgrund des ungewohnten Futters, durch Stress usw.
Du siehst, Pflegestelle zu sein, ist oft nicht ganz einfach, aber umso schöner ist es, zu sehen, wie aus einem ängstlichen, verstörten Hund wieder ein fröhlicher und lebenslustiger Vierbeiner wird, der sein neues Leben genießt. Da stört es einen auch nicht mehr, dass das eine oder andere Häufchen oder die eine oder andere Pfütze auf dem Teppich landete

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